Kleine Mineralienkunde oder wie man Mineralien sammeln kann

Es gibt sicher verschiedene Möglichkeiten, Mineralien in Form von Stufen oder als geschliffene Steine zu sammeln. Man kann rein nach der Ästhetik gehen, was im Falle einer gedachten Wertanlage sicherlich im Vordergrund stehen sollte. Man kann aber auch nach Art eines Heimatsammlers nach Fundgebieten (z.B. Schwarzwaldmineralien, Mineralien aus Namibia etc.) gehen, bei dem die Vollständigkeit oft vor der Schönheit kommt. Oder aber man wählt einen mehr wissenschaftlichen Ansatz und sammelt nach mineralogischen Gesichtspunkten, was dann absolut nicht auf Kosten der Schönheit der Kristalle und Steine gehen muss.

Kristalle lassen sich mineralogisch ja bekanntlich in 7 Kristallsysteme und 32 Symmetrieklassen einteilen. Diese physikalische Einteilung als Grundlage einer Sammlung zu nehmen, bietet sich aber kaum an. Viel spannender erscheint es da, eine Sammlung nach chemischen Gesichtspunkten aufzubauen. Und hierzu stellt die systematische Einteilung nach Strunz, der erstmals 1941 in Tabellen die heute im nicht angelsächsischem Raum gebräuchliche Klassifikation veröffentlichte, das Standardwerk für den Systematiker schlechthin dar. Die bislang letzte Auflage dieses Werkes erschien im Jahre 2001 (9. Auflage), nach der die Mineralien in 10 Klassen eingeteilt werden. Im Englisch sprechenden Raum wird die Systematik nach Dana bevorzugt, die aber im Prinzip sehr ähnlich aufgebaut ist.

Nach der Systematik nach Strunz habe ich auch meinen Shop aufgebaut, um dem wissenschaftlich interessierten Sammler einen 'Leitfaden mit Inhalt' zum Aufbau seiner Sammlung zu geben.

Im Nachfolgenden sind die 10 Klassen nach Strunz gelistet und wichtige Beispiele aus dem Mineralienreich sind angegeben. Da gerade die Silikate eine herausragende Rolle bei Edelsteinen innehaben und chemisch außerordentlich vielseitig sind, ist bei dieser Klasse auch die Untergliederung mit angegeben, die es natürlich  auch für die anderen Klassen gibt. Sollten Sie tiefer in das Thema einsteigen wollen und mehr Informationen zu diesem Thema wissen möchten, fangen Sie vielleicht im Lexikon des Mineralienatlas das Suchen an.

1. Elemente                                                          Gold , Silber
2. Sulfide und Sulfosalze
3. Halogenide
4. Oxide                                                                Hübnerit, Spinell,
                                                                              Quarz mit Varietäten wie Amethyst, Citrin
                                                                              und Korund
mit den Varietäten
                                                                              Safir und Rubin

5. Carbonate (+ Nitrate)                                        Rhodochrosit
6. Borate

7. Sulfate
8. Phosphate, Arsenate, Vanadate                      Vanadinit
9. Silikate (Germanate)
    9.A - Inselsilikate (Nesosilikate)                       Topas, Granatgruppe, Zirkon
    9.B - Gruppensilikate (Sorosilikate)                 Epidot, Zoisit
    9.C - Ringsilikate (Cyclosilikate)                      Beryll mit den Varietäten Smaragd und Morganit,
                                                                            Turmaline   
           
    9.D - Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)      Spodumen  mit den Varietäten Kunzit und Hiddenit,
                                                                            Diopsid, Jadeit

    9.E -  Schichtsilikate (Phyllosilikate)                Pyrophyllit, Prehnit
    9.F -  Gerüstsilikate (Tektosilikate)                  Feldspäte, Scapolith, Haüyn, Nephelin
             ohne zeolitisches H2O
    9.G - Gerüstsilikate (Tektosilikate)                   Zeolithe, Heulandit, Stilbit
             mit zeolitischem H2O
    9.H - Unklassifizierte Silikate
    9.J - Germanate
10. Organische Verbindungen                              Bernstein