Der Tansanit
Die Entdeckung

Es war das Jahr 1967 als der ‚Edelstein des 20sten Jahrhunderts’ gefunden wurde. Gemmologen hielten den Atem an, als sie die ersten dunkelblauen Steine von den Merelani Hills, Tansania, in Händen hielten.
Der Tansanit ist ein einzigartiger Edelstein, ein Vielfaches seltener als Diamant. Steine in schleifbarer Qualität werden nur und ausschließlich in Tansania, nahe beim Ort Arusha gefunden, wo die einmaligen geologischen Verhältnisse angetroffen werden, die zur Bildung der Tansanite führen konnten.
Es wird erzählt, dass der Tansanit nach einem Buschfeuer in der Ostafrikanischen Savanne gefunden wurde. Masai-Krieger entdeckten die blauen Steinchen und es war Tiffany, das diese Edlesteine erstmals 1969 als Tansanite auf den Markt brachte. Schon kurz darauf wurde der herrliche Edelstein enthusiastisch gefeiert. Spektakulär und großartig ist seine tiefblaue Farbe ausgehend von einem ultarmarinblau bis hinüber zu einem blau-violett. Tansanit zeigt dazu auch noch die Erscheinung, die man Pleochroismus nennt. Er erscheint, je nach Blickrichtung, in unterschiedlichen Farben. Blau, violett und rötlich je nach Lichteinfall.
Der Stein

Der Tansanit ist die blaue Varietät des Minerals Zoisit, ein Silikat mit der verallgemeinerten chemischen Formel Ca2Al3(SiO4)3OH. Dieses Silikat gehört zu den Epidoten und ist gekennzeichnet durch das gleichzeitige Vorhandensein von einzelnen SiO4-Tetraedern und von isolierten [Si2O4]-Gruppen. Der Name Zoisit leitet sich vom Freiherr von Zois ab, der das Mineral erstmals in Kärnten in Österreich fand. Von diesem Vorkommen in der ‚Saualpe’ stammt auch die alte Bezeichnung Saualpit.
Woher die blaue Farbe der Zoisit-Varietät Tansanit kommt, ist unterschiedlich beschrieben. Mal soll es Chrom, Eisen oder Strontium sein, mal wird dem Vanadiumgehalt die Farbenstehung zugeschrieben. Wahrscheinlich ist es ein bestimmtes Verhältnis von Vanadium zu Strontium, das seine herrliche Blau erst ermöglicht und geologisch nur so in den Merelani Hills entstehen konnte. Das Kristallgitter des Tansanits folgt der ortho-rhombischen Form, woraus sich auch sein eingangs erwähnter Pleochroismus erklärt. In diesem besonderen Fall ist es sogar ein Trichroismus, d.h. es erscheinen je nach Blickwinkel sogar drei Farben.
Der Wert
Was macht den Stein so wertvoll. Nun, er kommt nur an einem einzigen Ort in der ganzen Welt vor. Die Vorräte gehen langsam zu Ende, man schätzt dass es nur noch ca. 10 Jahre neue Rohsteinfunde in nennenswerter Quantität geben wird. Top Qualitäten sind jetzt schon selten und werden noch früher zu Ende gehen. In der Folge wurden Tansanite von Jahr zu Jahr teurer. Innerhalb von 6 Jahren verdreifachten sich die Preise und von 2007 auf 2008 wurde ein 50 %iger Anstieg der Großhandelspreise beobachtet. Was passiert, wenn Rohsteine ‚aussterben’ konnte man an den in den späten 80gern des 20.ten Jahrhunderts in Brasilien entdeckten Paraiba-Turmalinen beobachten. Mitte der 90ger waren die Vorkommen ausgebeutet und heute kostet das Karat in der Spitze über 10.000 €. Ähnliches geschah beim Alexandrit, der vor einer Generation im Ural gefunden wurde und bei dem auch die Preise, nachdem die Minen erschöpft waren, durch die Decke gingen.
Tansanite können heute noch zu moderaten Preisen angeboten werden. Inzwischen gibt es starke Bemühungen der Tanzanite Foundation ein international einheitliches Graduierungssystem (Tanzanite Quality Scale) einzuführen, das sich wie bei Diamanten nach den 4 C’s richtet: colour, clarity, cut und carat. Dies würde dann bedeuten, dass sich der Wert von facettierten Tansaniten exakt und eindeutig bestimmen ließe. Spätestens dann dürfte die Zeit der günstigen Preise endgültig vorbei sein.




