Der Spessartin

Spessartin

Im Jahre 1991 wurde ein neuer Star unter den Edelsteinen geboren. Zwar sind Spessartine schon seit über 200 Jahrhunderten bekannt, spielten aber bis zu diesem Jahr als Edelstein nur eine untergeordnete Rolle. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als die ersten Spessartine in Namibia am Kunene Fluss - eingebettet in Glimmer und Glimmerschiefer – entdeckt wurden. Aufgrund ihres hohen Mangangehaltes zeigten sie eine fantastische, orangene Farbe, die an die Kleider der chinesischen Mandarine erinnerte. Daher bekamen diese Steine den Namen Mandarin-Granate, der bald als Synonym für Spessartine schlechthin verwendet wurde.

Diese Entdeckung ließ die Herzen aller Gemmologen und Steinliebhaber höher schlagen und schlagartig standen Spessartine im Focus des Interesses. Der Spessartin ist ein Mineral, das der großen Gruppe der Granate angehört. Sein Name leitet sich von einem Fundort am Rauhensteingipfel nordöstlich von Aschaffenburg im Spessart ab. Granate folgen der allgemeinen chemischen Formel A3B2(SiO4)3, wobei A Mangan, Eisen und Calcium und B Aluminium, Eisen oder Chrom sein können. Sie kristallisieren in der kubischen Form, meist als Rhombendodecaeder (Zwölfflächner). Mineralien aus der Gruppe der Granate sind z.B. der Pyrop, der als böhmischer Granat weltberühmt ist und der Almandin, den man z.B. im österreichischen Zillertal häufig finden kann.

Spessartin

Der Spessartin selbst ist ein Mangan-Aluminium-Silikat [Mn3Al2(Si04)3], das dem Mangangehalt seine Färbung zu verdanken hat. Je reiner der Spessartin in seiner Mangan haltigen Form auftritt, desto mehr bekommt er seine charakteristische orange Färbung. Allerdings sind sich die Granate Pyrop, Almandin und Spesssartin chemisch/ physikalisch so ähnlich, dass sie sehr leicht alle möglichen Mischformen bilden. In reiner Form kommt daher Spessartin in der Natur nicht vor. So bilden hauptsächlich Pyrop und Almandin zusammen den Rhodolith und ein Malaya Granat ist eine Mischform aus hauptsächlich Pyrop, Almandin und Spessartin. Spessartin selbst stellt also das reine, praktisch nie anzutreffende, Mangan Endglied dieser Granatgruppe dar.

Wie alle Granate besitzen Spessartine eine sehr hohe Lichtbrechung, die ihnen eine ungewöhnlich starke Brillanz verleiht. Auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen funkeln selbst kleine, brillant geschliffene und einschlussfreie Mandarin-Granate noch in großer Lebendigkeit. Nicht ohne Grund hieß es in alten Legenden, ein Granat sei schwierig zu verstecken. Sein funkelndes Licht sei selbst noch durch die Kleidung hindurch zu sehen. Dann ist da auch noch seine hohe Härte, die ihn unkompliziert macht, als Schmuckstück getragen zu werden. Spessartine, wie Granate allgemein, werden im allgemeinen weder Hitze behandelt noch geölt, sondern stellen ein Stück reiner, unverfälschter Natur dar.

Da es äußerst schwierig ist, Einschluss freie bzw. Einschluss arme Stücke in höheren Karatgewichten zu erhalten, eigenen sich genau diese Qualitäten hervorragend auch als Kapitalanlage. Und schön sind sie allemal - insbesondere wenn Frau sie am Hals oder am Finger trägt. Und ein Edelstein gehört ganz klar ab und an hinaus an die frische Luft. Nur im Tresor liegen ist für dieses herrliche Stück Natur einfach zu wenig.

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